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ENDZEIT IN ENTENHAUSEN –
VORWÄRTS ZUM GROßEN SPRUNG!
Positionspapier über die Möglichkeiten, Linksradikalismus auf die Höhe der Zeit zu bringen

„Dabei machen die Herren das selber, dass ihnen der arme Mann Feind wird“
(Thomas Müntzer, Hochverursachte Schutzrede..., 1524)

 

I. Der Stand der Bewegung
Auf den ersten Blick scheint es sonderbar, Thomas Müntzer einen Sinn für die Gegenwart abgewinnen zu wollen. Von massenhafter Feindschaft ‚des armen Mannes’ den Herrschenden gegenüber kann kaum die Rede sein – zumal diese armen Männer nicht nur als Profiteure des Patriarchats in punkto Herrschaft auf der anderen Seite der Barrikade stehen.
Und doch: Klopfen wir den Satz auf seine gesellschaftliche Relevanz ab, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass zumindest die kapitalistischen Eliten ihren Teil dazu beitragen wollen, um dem Trommler des Bauernkriegs zu seinem Recht zu verhelfen:

Verarmung, Angst vor sozialem Abstieg, psychische Deformationen, strukturelle und offene Gewalt – für immer mehr der hierzulande Ausgebeuteten und Unterdrückten wird das Leben gallebitter.
Trotzdem werden die Zumutungen der herrschenden Klasse vielfach nur mit Ohnmachtgefühlen hingenommen, selbst Abwehrkämpfe scheinen kaum noch denkbar – und Kollektivität klingt auf eine Weise altertümlich, als wäre auch dieser Begriff den Schriften Thomas Müntzers entnommen.

Außer Frage steht, dass die aktuellen Raubzüge der Bourgeoisie das gesellschaftliche Aggressionspotenzial erhöhen. Damit allein ist für den revolutionären Prozess aber nichts gewonnen. Das Problem besteht darin, dass Frustrationen und Hassgefühle, deren Ursachen nicht verstanden werden (aus welchen Gründen auch immer) bzw. bei denen die Beseitigung der Ursachen als unmöglich erscheint, oftmals entweder selbstzerstörerisch umgelenkt oder auf Gruppen projiziert werden, die in der herrschenden Hackordnung noch weiter unten stehen. Wir halten fest: sichtbar sind nur wenige und eher gewerkschaftliche Abwehrkämpfe und eine kritisch zu begleitende, seltsam regierungsunkritische Friedensbewegung!
Um es klar zu stellen: Die Beherrschten sind dabei nicht aus der Verantwortung entlassen – nahezu jeder und jede Betroffene ist potenziell in der Lage, das Herrschaftsverhältnis zu erfassen.

Was bedeutet das für uns Menschen mit linksradikalem Anspruch?
Zunächst einmal hoffen wir, in der Lage zu sein, den Hass (keinen abstrakten – unseren!) analytisch aufzuladen und in breit verankerte politische Aktivität zu transformieren, die auf den Sturz aller Unterdrückungsverhältnisse und den Aufbau einer klassen- und staatenlosen Gesellschaft orientiert ist.
Dazu gehört zwingend, dass wir mit unseren Vorstellungen und Aktionsformen in konstruktiven Austausch mit denjenigen Teilen der Bevölkerung treten müssen, die ein Interesse an einer grundlegenden Veränderung der Verhältnisse haben könnten.
Wir müssen an der Schaffung einer linksradikalen Bewegung mitwerkeln, die keine leninistische Avantgarde ist, die die unmündigen Massen nicht dem Morgenrot entgegenführen will.
Im Gegenteil: Wir können bestenfalls theoretische Analysen und praktische Ansätze für den revolutionären Prozess entwickeln, in die Gesellschaft tragen und aus den Resultaten des gemeinsamen Handels lernen.
Fixpunkt bleibt dabei stets die Orientierung auf ein Gemeinwesen, in dem die Individuen miteinander ihr Leben in selbst verwalteten wie verantworteten Strukturen entfalten können – oder, um es mit Marx zu sagen, in dem die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist. Bisher haben wir zwar eine Legitimitätskrise der parlamentarischen Demokratie und eine weitverbreitete Resignation, aber kaum eine finale Systemkrise des Kapitalismus vor Augen. Der Kapitalismus reorganisiert sich über bestehende (National-)grenzen hinweg neu und dessen Tendenz ist grundsätzlich global.

Was tun? Warum? Und mit welchen Mitteln?
Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass wir außer unserem verstockten Willen, uns gegen die Verhältnisse zur Wehr zu setzen, gegenwärtig nicht viel aufzubieten haben.
Deshalb sollten wir uns darauf konzentrieren, eine inhaltlich und personell breit angelegte strategische Debatte zu entwickeln, die den Weg zu einer befreiten Gesellschaft zum Inhalt hat, aber auch schon im praktischen Experiment in die bestehende Gesellschaft eingreift.
Dazu gehört auch, den vorhandenen Fundus linker Politikansätze notfalls schonungslos zu kritisieren, um nicht mit Speer und Streitaxt in die Kämpfe des 21. Jahrhunderts zu ziehen.
Wie sollte man denn irgend jemanden davon überzeugen, mit den tradierten Lebensgewohnheiten zu brechen, wenn wir nicht imstande sind, uns selbst zu verändern?

II. Platter Reifen rollt nicht gern
Im folgenden sollen die inhaltlichen Felder benannt werden, bei denen es unserer Meinung nach für die Wiedergewinnung einer revolutionären Perspektive besonders wichtig ist, in einen Diskussions- und Klärungsprozess zu kommen.
Die wesentlichen Defizite der radikalen Linken sehen wir in drei miteinander verzahnten Bereichen, und zwar [a] einer qualifizierten Einschätzung der gegenwärtigen Krisenperiode des Kapitalismus, [b] der Beschäftigung mit der Frage, wie sich die durch das Kapital forcierten Prozesse auf die materielle und psychische Lage der betroffenen Menschen auswirken sowie [c] dem Kardinalproblem, die Kommunikation und Praxis mit eventuellen AnsprechpartnerInnen außerhalb der klassischen linksradikalen Szene erstens zu wollen und zweitens zu organisieren.

Sich mit dem Charakter der gegenwärtigen kapitalistischen Krise zu befassen, halten wir deshalb für wichtig, weil die Integrationsfähigkeit des Kapitalismus in den Metropolen auch davon abhängt, inwieweit die ArbeiterInnenklasse am gesellschaftlichen Reichtum teilhat. Wenn sich herausstellen sollte, dass die herrschende Klasse im Falle massiver proletarischer(1) Gegenwehr aus strukturellen Gründen keinen Neoreformismus als Befriedungsstrategie organisieren kann, hätte dies natürlich Konsequenzen für unsere Argumentation und Aktion.
Hier schließt sich direkt die Frage an, unter welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln eine ökonomische Krise des Systems in mehr als eine Legitimationskrise weiter getrieben werden kann, in der die politische und ökonomische Herrschaft des Bürgertums dauerhaft untergraben wird.

Herrschaft und Unterdrückung zeigen sich überdies nicht nur in ökonomischer Form, sondern manifestieren sich auch im Patriarchat und im Rassismus.
Dabei sind wir der Ansicht, dass der tatsächlich materielle Widerspruch dieser Gesellschaft nicht zwischen konstruierten Kollektiven wie Ethnie oder sozialem Geschlecht besteht, sondern in der Stellung zu den Produktionsmitteln begründet ist. Die Zentralität dieses Widerspruchs kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass patriarchale und rassistische Herrschaftsformen (also das Erreichen von Verfügungsmacht über Menschen oder die biologistisch begründete Verweigerung von Rechten) älter sind als der Kapitalismus. Sie werden somit auch nicht notwendigerweise mit der Auflösung des Privateigentums an Produktionsmitteln hinfällig, selbst wenn ihre Überwindung den revolutionären Bruch mit der Klassengesellschaft zwingend voraussetzt.
Vor diesem Hintergrund lehnen wir identitätspolitische Ansätze ab, in denen sich unterdrückte Gruppen AUSSCHLIEßLICH entlang konstruierter und am Wesen gesellschaftlicher Herrschaft vorbei zielender Kategorien organisieren, zugunsten einer zielgerichteten und aufeinander bezogenen Pluralität unserer Kämpfe. Mehr noch: Eine derart bestimmte Vielheit der Kämpfe sehen wir als Bedingung dafür an, dem 'Divide et impera' etwas entgegensetzen zu können. Wir wollen die Welt verändern ohne die Macht zu erobern(2).

Zum Komplex sozialer Kämpfe müssen wir als radikale Linke jedoch selbstkritisch feststellen, dass wir deren Terrain und Spielregeln nur unzureichend kennen, da wir an den meisten gesellschaftlichen Brennpunkten nicht genug verankert sind. Wir wissen zu wenig darüber, wo der Gegner(3) materiell und ideologisch schwach ist – folglich fehlt es uns auch an adäquaten Vorstellungen, wo und wie wir mit unseren Mitteln ansetzen können, um das jeweils Unmögliche zu erreichen.

Wie ist die Gesellschaft strukturiert? Wie funktioniert Herrschaft, und wer übt sie aus? Man macht es sich zu leicht, die Konflikte der Gesellschaft auf ein schlichtes ‚Wir’ gegen ‚Sie’ zu reduzieren oder, irrsinniger noch, die gesamte Außenwelt dem konterrevolutionären Lager zuzuschlagen.
Wir denken, dass die Holloway’sche Aussage, wonach die Unterdrückten zugleich im und gegen das Kapital leben, den Verhältnissen am ehesten gerecht wird und revolutionäre Politik diesen Widerspruch produktiv machen muss.
Für besonders wichtig halten wir es, uns nicht ausschließlich auf die am wenigsten privilegierten Teile der Gesellschaft zu beziehen, sondern auch die heterogenen gesellschaftlichen Mittelschichten(4) und ihre Existenzbedingungen in den Fokus zu nehmen. Diese sich im widersprüchlichen Prozess ideologischer Fremd- wie Selbsthomogenisierung befindliche ‚Mitte’ ist für die Herrschenden unverzichtbar, weil hier noch immer ein relevantes Konsumpotenzial den brüchigen Verwertungskreislauf des Kapitals stützt. Es ist Fakt, dass diese Schichten das System bislang ideologisch stabilisieren. Dies muss nicht so bleiben, da immer mehr Segmente der Mittelschichten inzwischen ebenfalls materiell angegriffen werden und sich auch in anderen Bereichen wie der Antiglobalisierungs- bzw. Antikriegsbewegung Ansatzpunkte für linksradikale Argumentationen ergeben. Hier sollten wir uns die Aufgabe stellen, darauf hinzuwirken, dass Teile dieser ominösen Mitte den Konsens mit den Herrschenden zu verweigern beginnen und unseren Vorstellungen und Aktionen wenigstens aufgeschlossen-neutral gegenüberstehen.

Die Fesselung an die Lohnarbeit ist das bestimmende Moment für die Lebenschancen weiter Teile der Bevölkerung. Deshalb halten wir es für falsch, den Klassencharakter der Gesellschaft zu verschweigen. Das Problem, das wir lösen müssen, liegt darin, die wesentlichen Zusammenhänge des zeitgenössischen Kapitalismus so auf den Punkt zu bringen, dass unsere AdressatInnen ihre Lebensrealität wieder erkennen, ohne dass unsere Aussagen dabei an inhaltlicher Präzision verlieren.
Dies ist besonders angesichts der Entstehungsgeschichte des deutschen Nationalsozialismus wesentlich. Aus dieser können wir die wichtige Erkenntnis ziehen, dass halbherzige und oberflächliche Kritiken des Kapitalismus, die „die Menschen dort abholen, wo sie sich gerade befinden“, oftmals nur gängige Ressentiments bedienen – Ressentiments, die vor allem in Deutschland immer wieder eine unheilvolle antisemitische Dynamik entwickelt haben.

Es geht aber nicht nur um antikapitalistische Aufklärung, sondern auch um die Unterminierung prägender Werte der bürgerlichen Gesellschaft wie des Arbeitsethos oder der freiwilligen Unterordnung unter gegebene Autoritäten, weil deren Dominanz ein zentrales Element der (Selbst-)Disziplinierung der Unterdrückten ist.
Kurz gesagt, geht es uns um Desintegration auf der einen und Resolidarisierung auf der anderen Seite, wobei uns klar ist, dass diese Prozesse nicht in erster Linie ideologische Phänomene, sondern Resultate konkreter Klassenauseinandersetzungen sind. So ist eine Resolidarisierung nur zu erringen, indem die vielen Einzelkämpfe zusammengeführt werden, ein antikapitalistischer Kern kann als Grundlage dienen.

John Holloway betont in seinem Revolutionskonzept, daß die Konzentration auf die Zerstörung des Staatsapparates selbstzerstörerisch sein kann und unser „Kreatives Potential“ falsch bindet. Er betont, daß wir unsere „kreative Macht“ zu einer „Anti-Macht“ werden lassen müssen mit eigenen Netzwerken und einer grundsätzlich antikapitalistischen Ausrichtung. Zentral sollte also sein, dass wir nicht nur für uns selber Gegenwissen aufbauen, sondern dieses Gegenwissen, besser Anti-Wissen(5) auch weiter tragen.
Diese kollektive Wissensaneignung sollten wir als wesentliches Element unseres politischen Handelns organisieren, damit die eingangs genannten Frustrationen und der Schrei des Unbehagens Sprache, Ziel und Mittel erhalten.

Drei Säulen halten wir dabei für wesentlich, und zwar [1] den Marx'schen Ansatz der Historizität des Kapitalismus, der Analyse der kapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse sowie des Fetischcharakters der bürgerlichen Gesellschaft, [2] die Negation des Staates zugunsten selbst organisierter und basisdemokratischer Rätestrukturen und [3] die Analyse von Ideologie- und Konsensproduktion, um über den Zwischenschritt einer 'antikapitalistischen Medienkompetenz(6)' einer 'kämpferischen Resolidarisierung' der Unterdrückten näher zu kommen.

III. Anknüpfen, ohne weiter zu machen
Unsere Vorschläge, wie linksradikale Politik auf die Höhe der Zeit gebracht werden könnte, hängen mit unseren individuellen Erfahrungen, aber auch mit den Erfahrungen und Praxisformen früherer linker Bewegungen zusammen.

Dabei gehen wir davon aus, dass es jede bislang aufgetretene revolutionäre Bewegung versucht hat, den Aufbau ihrer Gegenwelt schon im schlechten Jetzt zu beginnen.
Zum Hemmschuh für den revolutionären Prozess wird dies dann, wenn die jeweilige Welle der Kämpfe ihren Kulminationspunkt überschritten hat, ohne das eigentliche Ziel erreicht zu haben. Aus der aktuellen Tagesperspektive ist dieser historische Umschlagpunkt kaum zu erkennen, die Folge dieser Entwicklung ist jedoch, dass die materielle und ideologische Ausstrahlungskraft der stecken gebliebenen Revolution je länger, desto mehr erlahmt.
Ist deren Vorwärtsdrang aber erst einmal erfolgreich eingedämmt worden, dann dient ihr Potenzial oft genug als Steinbruch für die Interessen der Herrschenden – dies kann sich ebenso als politisch-kulturelle Modernisierung des Systems zeigen wie als repressiv-ideologische Ausgrenzung des schon geschlagenen revolutionären Lagers, das nach Bedarf als Popanz aufgeblasen wird, um damit die bürgerliche Gesellschaft zu stabilisieren.
Auf der Seite der RevolutionärInnen verbleiben als Ergebnis dieses Zerfalls- und Reintegrationsprozesses lediglich zersplitterte Bewegungsreste, die je für sich Verhaltens- und Denkstrukturen entwickeln wie die Besatzung einer belagerten Burg.
Wir können dies am Beispiel der klassischen ArbeiterInnenbewegung analysieren, wichtiger ist jedoch, fest zu stellen, dass wir uns auch heute am historischen Ende einer revolutionären Welle befinden, deren Anfang in die Jahre um 1968 fällt(7).

Ähnlich, wie es jene Bewegung vermocht hat, mit den überlebten und für antiemanzipatorisch befundenen Politikmodellen wie der orthodox kommunistischen Kaderpartei zu brechen, sollten wir uns heute daran machen, aus den Trümmern unserer Festung zu gelangen, um unversehens im vermeintlich sicheren Hinterland der Herrschenden aufzutauchen.

Das bedeutet, dass wir die Ablehnung jeglicher formalen Autorität, die Selbstorganisation und den subjektiv-lebensweltlichen Ansatz autonomer und anarchistischer Gruppen bejahen, ohne deren Theoriefeindlichkeit, deren zum Verhaltensdiktat mutierte Political Correctness und deren Verhaftetsein im subkulturellen Milieu zu teilen,
¨ dass wir marxistische Theorieansätze als unerlässlich für die Kritik des Kapitalismus halten, ohne mit dem Avantgardedünkel, der Hauptwiderspruchsdoktrin und dem Geschichtsdeterminismus orthodoxer ParteikommunistInnen überein zu stimmen
und
¨ dass wir von der Anziehungskraft so mancher neuester Sozialer Bewegungen lernen möchten.


IV. Vorschlag zur Güte
Langer Rede kurzer Sinn: Wir halten es für unausweichlich, den Aufbau einer Strömung zu betreiben, die gegen Kapital, Patriarchat und Staat orientiert ist.
Organisatorische Grundlage dieser Strömung wäre eine zunächst inhaltliche Vernetzung auf der Basis der Autonomie der beteiligten Gruppen, wobei wir denken, dass sich die Achse der inhaltlichen Debatte nicht weit von den in diesem Text skizzierten Themen befinden könnte/sollte.
Zweckmäßig wäre es, einen Turnus regelmäßiger Konferenzen zu vereinbaren, um den koordinierten Erkenntnisfortschritt zu gewährleisten und vor allem auch praktische Initiativen zu diskutieren.
Alle weiteren Fragen können nicht am Schreibtisch, sondern nur im gemeinsamen Prozess geklärt werden – es ist Zeit, anzufangen!


BONE [Berlin],

April 2004

(1) Wir bleiben beim Begriff des Proletariats. Damit meinen wir alle Lohnabhängige oder von Lohnersatzleistungen abhängigen Menschen, ob scheinselbständig oder anders prekär – das sind immer noch über 80 Prozent der Bevölkerung.
(2) Siehe John Holloways gleichnamiges Buch.
(3) Produziert das Schweinesystem Schweine? Wir meinen ja! Nicht nur über uns, sondern auch ein inneres. Das System kennt viele Antworten auf ökonomische Krisen. Die Herrschaft hat verschiedene Möglichkeiten der Antwort. Eine Option ist Krieg! Und der ist schweinisch und kennt wahrlich fiese Charaktermasken und einige haben kaum eine auf. Der Gegner ist zu verorten und nicht nur zu entwaffnen ...
(4) Mittlere und etwas höhere Einkommensschichten des Proletariats, FreiberuflerInnen und radikalisierte Kleinbürger. Sie verorteten sich selbst vielfach als Bürgertum (Bildungsbürgertum, FacharbeiterInnen, IT-SpezialistInnen), wenn nicht gleich als urbane bürgerliche Mitte mit Trend zur Eigentumswohnung.
(5) Anti-Wissen/Anti-Macht. Wir wollen kein Herrschaftswissen vergrößern und gegen andere Menschen einsetzen, um das alte System zu ersetzen, sondern das aktuelle System zersetzen und völlig umbauen.
(6) Die meisten „guten Nachrichten“ und Reportagen der bürgerlichen Journaille sind schlechte News für uns. Doch es gehört einige Übung dazu, die erfolgreich geführten Kampagnen der Werbe-/Agenda-Setting-Industrie zu dechiffrieren.
(7) 1968! Es gab Kämpfe mit revolutionärem Potential in Mittel- und Südamerika, Frankreich, Italien, CSSR, in vielen Ländern Afrikas, in Indonesien und gar in Japan. Gerade die Gleichzeitigkeit der auf der ganzen Welt (Metropole wie Peripherie) auftretenden Kämpfe messen wir Wichtigkeit zu.